„Batterien für die Wehrmacht“
Zwangsarbeit bei Pertrix 1939-1945

13. November 2015 - auf Weiteres

Die Pertrix, eine Tochterfirma der zum Quandt-Konzern gehörenden AFA (Akkumulatorenfabrik AG) stellte Trockenbatterien und Taschenlampen für die Wehrmacht her und lieferte Zünderbatterien für Kampfflugzeuge an die Luftwaffe. Batterien waren ein zentrales Produkt der Kriegsindustrie und eine der wichtigsten Einnahmequellen des Quandt-Konzerns. Im Laufe des Krieges beschäftigte die Pertrix alle Zwangsarbeitergruppen: Berliner Juden im „geschlossenen Arbeitseinsatz“, Kriegsgefangene und italienische Militärinternierte, westeuropäische Zivilarbeiter, Ostarbeiter, Polen, KZ-Häftlinge. Die meisten von ihnen waren Frauen. In der Ausstellung wird die Rolle der Firma in der deutschen Rüstungsindustrie und innerhalb des Konzerns beleuchtet. Anhand von Originalobjekten und Zeitzeugeninterviews wird von der gefährlichen Arbeit in der Batteriefabrik berichtet.

 

Die Ausstellung wird gefördert durch die Johanna-Quandt-Stiftung. Die Ausstellung ist in Baracke 5 zu sehen.

Informationsflyer

 

 

„Zwangsarbeit in Berlin 1938-1945“ (24. August 2006 - 3. Mai 2007 und seit 11. Juni 2009 - 5. Mai 2013)

Eine Ausstellung der Berliner Regionalmuseen

Wer waren die Menschen, die in Berlin Zwangsarbeit leisten mussten, woher kamen sie und unter welchen Bedingungen mussten sie leben und arbeiten? Wer waren die Profiteure und wer organisierte und verwaltete den Zwangsarbeitseinsatz? Wie war das Nachkriegsschicksal der Überlebenden? Welche Spuren hinterließ der massenhafte Zwangsarbeitseinsatz im Berliner Stadtraum und in der Erinnerung der Berliner Bevölkerung? Diesen und anderen Fragen geht diese Ausstellung nach, die auf der Grundlage der regionalen Forschungen von elf Regionalmuseen und Einrichtungen 2002 erarbeitet wurde. 2005 ist diese Ausstellung aus aktuellem Anlass erweitert worden um das Thema Zwangsarbeit in den berlin-brandenburgischen Betrieben des Flick-Konzerns.

 

Zwangsarbeit und Arisierung
Warnecke & Böhm - Ein Beispiel
(27.09.2011 - 27.01.2013)

Die Firma Warnecke & Böhm – Fabriken für Lacke und Farben hatte ihren Firmensitz in der Goethestraße im Berliner Stadtbezirk Weißensee. Bis 1945 wurde Warnecke & Böhm zu einem der führenden Lieferanten von Schutzanstrichen für die Rüstungsindustrie des Deutschen Reiches.

Die Firma beschäftigte zwischen 1939 und 1945 eine große Anzahl von Zwangsarbeitern, darunter in Berlin lebende Juden und ausländische Zivilarbeiter.

Zur Geschichte der Zwangsarbeit von Juden bei Warnecke & Böhm gehört auch die „Arisierung“ des Unternehmens und damit das Herausdrängens des Mitinhabers Heinrich Richard Brinn nach 1933. Er wird später in Berlin zur Zwangsarbeit verpflichtet, deportiert und ermordet.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Personalakten ehemaliger jüdischer Zwangsarbeiter bei Warnecke & Böhm. Dieser Aktenbestand umfasst insgesamt 352 Akten, die seit 1991 im Archiv der Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum in Kopie überliefert sind. Erst im Zuge der Ausstellungsvorbereitung ist es gelungen, die bis dahin verschollen geglaubten Originalakten aufzuspüren.

Die Personalakten dokumentieren, wie der „Geschlossene Arbeitseinsatz“ jüdischer Zwangsarbeiter durch eine Anzahl behördlicher sowie innerbetrieblicher Stellen im Sinne „ordnungsgemäßen Verwaltungshandelns“ organisiert war. Sie erhalten Stellenzuweisungen, Personalbogen, An- und Abmeldungen bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse, Firmenausweise, Stempelkarten, Lohn- und Steuerabrechnungen, Arbeitsunfall-Protokolle, Krankenatteste, Urlaubsgesuche, Freistellungsanträge, aber auch Beschwerden, Einsprüche und Forderungen von Zwangsarbeitern.

Angesichts dieses bürokratisch durchorganisierten Systems von Entrechtungen, Drangsalierungen, gesundheitlichen Gefährdungen bis hin zu offener Gewalt, dokumentieren die Personalakten auch das Bemühen, den Mut und die Kraft jüdischer Zwangsarbeiter, gegen die Behandlung bei Warnecke & Böhm Einspruch zu erheben und sich insbesondere für den Ermessensspielraum, den die Firma besaß, zu ihren Gunsten einzusetzen.

61 jüdische Zwangsarbeiter der Firma Warnecke & Böhm haben die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur überlebt. Die anderen – 306 Menschen – wurden in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet.


 

Eine Ausstellung des Bezirksamtes Pankow von Berlin, Museum Pankow  in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“.

 

 

Bausteine. Geschichte und Perspektiven des Dokumentationszentrums     NS-Zwangsarbeit (24. August 2006 - 27. Januar 2013)

Die Ausstellung „Bausteine“ informiert über die Geschichte des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers in Berlin-Schöneweide von 1943 bis 1945, das heute noch als Gesamtensemble einzigartig ist. Gebaut vom „Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt“ Albert Speer war es eine von rund 3.000 Sammelunterkünften für Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Berlin. Hier waren italienische Militärinternierte und Zivilarbeiter, weibliche KZ-Häftlinge sowie Zivilarbeiter aus verschiedenen europäischen Nationen untergebracht. Sie mussten in einem der zahlreichen Betriebe des Rüstungszentrums Schöneweide arbeiten. Die Ausstellung dokumentiert zudem die Entstehungsgeschichte des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit, das erst durch langjähriges bürgerschaftliches Engagement möglich war, und seine Aufgaben als Ausstellungs-, Archiv- und Lernort. Zu sehen sind Fotografien, Dokumente, Pläne und Originalobjekte

 

Die Preisträger! - Wettbewerb zur Realisierung einer Dauerausstellung (28. Dezember bis 14. März 2012)

Eine Auswahl der Entwürfe der ersten drei Preisträger im Wettbewerb um die Gestaltung der neuen Dauerausstellung ist im Dokumentationszentrum zu sehen.

In Anbetracht des nur beschränkt verfügbaren Raumes können wir nur die Entwürfe der ersten drei platzierten Teilnehmer in einer Auswahl zeigen. 

  1. büroberlin
  2. ikon
  3. raumkollektiv


Frau Zhuk und ihre Enkelin - Fotoausstellung von Roland Stelter (21. September 2010 - 13. November 2011)


Die Veranstaltung/Fotoausstellung wurde von forum bmp und anderen privaten und öffentlichen Förderern ermöglicht.

Maria Zhuk
Geb. 1924 im Dorf Begatsch/Ukraine. 1932/33 Golodomor Hungerperiode. 1937 Zwangskollektivierung. 1939-41 Vater im Gulag. 1942 als Zwangsarbeiterin nach Deutschland. 1943 KZ Ravensbrück, 1944 KZ Sachsenhausen, Waffenfabrik Silvia. 1945 Rückkehr. Mutter im Bombardement getötet, Vater 1945 Selbstmord. Zweite Hungerperiode. Volksfeindin, Überwachung durch den NKWD/KGB. 1947 Heirat. Der Mann sieben Jahr zur Armee, stirbt 1995. 1948 Geburt des ersten von vier Kindern. Veröffentlichung verschiedener Erinnerungen in sowjetischen und ukrainischen Zeitungen.

Yanina Lazarenko
Geboren 1976 in Chernigow. 1995 Model in Kiew. 1997 Studium am Institut für Internationale Beziehungen. 1999-2001 mehrfach längere Zeit in Westeuropa. 2002-03 Moskau. 2005 Leben auf der Krim unter freiem Himmel. 2006-07 Projektmanagerin in Moskau für Elle, Psychology und Departures. 2008 Geburt der Tochter. 2009-10 alleinstehende Mutter in Kiew.

 

 

Vergessen. Verdrängt. Versöhnt.
Orte der NS-Zwangsarbeit in der Region Dahme-Spreewald
(18. Juni 2010 - 11. September 2011)

Eine Ausstellung des Vereins Kulturlandschaft Dahme-Spreewald

Auch in der Region Dahme-Spreewald war die Zwangsarbeit Teil einer gewaltigen Rüstungsmaschinerie, die nur so lange funktionieren konnte, wie hier Tausende ausländischer Zwangsarbeiter eingesetzt waren. In Schönefeld wurden Flugzeuge gebaut, in Wildau Lokomotiven und Torpedos, in der Heeresmunitionsanstalt Nr. 6 in Töpchin die dafür notwendige Munition erzeugt. Die Zwangsarbeiter waren in der mittelständischen Industrie wie auch in städtischen Dienstleistungsbetrieben und privaten Haushalten eingesetzt. Ein besonderer Abschnitt der Ausstellung widmet sich der Zwangsarbeit der jüdischen Häftlinge im KZ-Außenlager Königs Wusterhausen.

 

„Riss durchs Leben. Erinnerungen ukrainischer Zwangsarbeiterinnen im Rheinland“ (11. Juni 2009 - 6. Juni 2010)

Eine Ausstellung des Landschaftsverbandes Rheinland-Pfalz

Im Anschluss an ein Besuchsprogramm des Landschaftsverbandes Rheinland im März 2006 für ehemalige Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine ergab sich die Möglichkeit, ein weiteres Projekt auf den Weg zu bringen. Viele der Überlebenden waren nicht mehr reisefähig, aber an einer Kontaktauf­nahme sehr interessiert. Das Projekt ermöglichte es, zu ihnen zu reisen, ihre Lebensge­schichten aufzuzeichnen und in einer Wanderausstellung nebst begleitender Publikation und CD-ROM zu dokumentieren. Die Zwangsarbeiterinnen, die in der Ukraine besucht werden konnten, waren als „Ostarbeiterinnen“ Patientinnen in der damaligen Landesfrauenklinik und Hebammenlehranstalt Wuppertal Elberfeld. Vorgestellt werden zehn Lebensgeschichten, die ganz individuelle Schicksale widerspiegeln. Die meisten von ihnen haben die Geburt ihres ersten Kindes unter den Bedingungen der Zwangsarbeit durchmachen müssen, zwei sind Töchter von Zwangsarbeiterinnen, die in Wuppertal zur Welt kamen.

Im Totaleinsatz. Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung für das Dritte Reich. Ausstellung unter der Schirmherrschaft der Außenminister der Tschechischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. (29. Mai 2008 - 31. Mai 2009)

Die Ausstellung thematisiert im Kontext der NS-Besatzungspolitik die allmähliche Entwicklung der NS-Zwangsarbeit im „Protektorat Böhmen und Mähren“. Sie zeigt die Mobilisierung der tschechischen Bevölkerung bis zur Zwangsrekrutierung ganzer Jahrgänge. Die Ausstellung dokumentiert den Arbeitseinsatz und die Lebensbedingungen der tschechischen Zwangsarbeiter sowie das System von Arbeit und Strafe in den Arbeitserziehungslagern. Auch die Sklavenarbeit der KZ-Häftlinge sowie die spezifische Situation der tschechischen Juden und Roma werden ausführlich dargestellt. Zu sehen sind rund 250 vor allem persönliche Dokumente und Fotografien, die zum Teil erstmals in Deutschland gezeigt werden. Besonders hervorzuheben sind die einzigartigen Bilder des tschechischen Fotografen Zdeněk Tmej aus den Jahren seiner Zwangsarbeit 1942-1944. Ein Ausstellungskapitel ist speziell der Zwangsarbeit der Tschechen in Berlin gewidmet. Ein Film mit Ausschnitten aus Interviews mit Überlebenden und thematische Erinnerungshefte ergänzen diese Zeugnisse.

„z. B. Bosch. Zwangsarbeit für eine Rüstungsfabrik in Kleinmachnow“ (31. Januar – 18. Mai 2008)

Die Dreilinden-Maschinenbau GmbH Kleinmachnow, eine Tochtergesellschaft des Bosch-Konzerns, setzte während des Zweiten Weltkrieges über 2500 zivile Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, Kriegsgefangene sowie KZ-Häftlinge unterschiedlicher Nationalität ein. Die von Angela Martin für das Dokumentationszentrum überarbeitete und von Hanna Sjöberg gestaltete Ausstellung dokumentiert mit zahlreichen Fotografien, Dokumenten, Plänen sowie originalen Exponaten die Entstehungsgeschichte des Unternehmens und den Zwangsarbeitseinsatz. Auf Lesepulten findet sich vertiefendes Material. Zitate aus Interviews mit Überlebenden bilden einen eigenen Erzählstrang aus der Perspektive der Opfer.

„Erinnerung bewahren. Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches aus Polen 1939-1945“ (8. Mai 2007 - 20. Januar 2008)

Thema dieser Ausstellung ist die Geschichte der 2,8 bis 3 Millionen polnischen Männer, Frauen und Kinder, die während des Zweiten Weltkrieges zur Arbeit in der deutschen Kriegs- und Landwirtschaft gezwungen wurden. Schautafeln mit Fotos und Dokumenten, Originalobjekten, Biographien sowie ein Film verdeutlichen das Schicksal dieser Menschen.

Die polnische Fassung der Ausstellung wurde von der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ Warschau erarbeitet und seit 2005 in verschiedenen polnischen Städten gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit entstand eine aktualisierte deutsche Fassung, die an weiteren Standorten in Deutschland zu sehen sein wird.