Geländerundgang und Dauerausstellung „Alltag Zwangsarbeit 1938 – 1945“

Lebens- und Arbeitsbedingungen von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen im Nationalsozialismus
Sek II alle Schultypen, Erwachsene 

Zentrale Vermittlungsaspekte sind die Dimensionen des „Systems Zwangsarbeit“ und die diskriminierende NS-Rassenhierarchie. Letztere bestimmte maßgeblich die Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter. Am Beispiel des einzigen heute noch erhaltenen Zwangsarbeiterlagers wird erklärt, warum und wie die 13 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus über 20 europäischen Ländern in den Arbeitseinsatz kamen und wie sie behandelt wurden. Dabei werden auch Täter, Zuschauer und Profiteure der Zwangsarbeit in den Blick genommen. Weitere Beispiele dokumentieren, welche Arbeiten sie verrichten mussten.
Der Besuch der authentischen Baracke 13 ist Teil des Rundgangs und gibt einen Eindruck von den Lebensbedingungen in einer Baracke.

Anmeldung

Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat um 15 Uhr als öffentliche Führung ohne Anmeldung.

Treffpunkt: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Baracke 2

Dauer: ca. 2  Stunden

 

 

„Zwischen allen Stühlen. Die Geschichte der italienischen Militärinternierten 194-1945“
Sek II, alle Schultypen, Erwachsene

Die Geschichte der italienischen Militärinternierten ist kaum bekannt. Bis heute hat sie Einfluss  auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Italien. Die offizielle Anerkennung des Opferstatus dieser Zwangsarbeitergruppe seitens der Bundesrepublik Deutschland erfolgte erst mit der Eröffnung der Dauerausstellung „Zwischen allen Stühlen“ 2016.
Die Führung bietet einen Einblick in die historischen Ereignisse, die zur Gefangennahme und  Zwangsarbeit der etwa 650.000 italienischen Militärinternierten führten. Sie ordnet diese Zwangsarbeitergruppe innerhalb der verschiedenen Gruppen wie Kriegsgefangene und zivile Zwangsarbeiter ein und zeigt auch die besonderen Bedingungen der Gruppe in der Gefangenschaft auf. Am Ende der Tour wird auf das Thema „Erinnerung“ und die nichterfolgte Entschädigung hingewiesen und damit der Gegenwartsbezug geleistet.

Treffpunkt: Baracke 2
Dauer: ca 2 Stunden

 

 

„Das weibliche Gesicht der Zwangsarbeit - Lebensbedingungen von Frauen“
Ab 10. Klasse, Erwachsene

Der Fokus dieses Rundgangs liegt auf der Rolle von Frauen und Kindern im „System Zwangsarbeit“. Frauen stellten einen hohen Anteil innerhalb der Gruppe der zivilen Zwangsarbeiter dar.  Sie waren neben den rassistischen Diskriminierungen auch geschlechtsspezifischen Übergriffen ausgesetzt. Vor allem Frauen, die schwanger wurden, hatten mit massiven Eingriffen und menschenunwürdigen Bedingungen für sich und ihre Kinder zu kämpfen – bis hin zur Zwangsabtreibung oder Wegnahme des Babys. Der Rundgang zeigt dies an Beispielen in der Dauerausstellung „Alltag Zwangsarbeit 1938-1945“ und „Baracke 13“.

Treffpunkt:  Baracke 2
Dauer: 2 Stunden

 

 

„Anfassen erlaubt"
5. und 6. Klassen 

Bei der kindgerecht aufbereiteten Führung lernen die Schüler ein ehemaliges Zwangsarbeiterlager und die Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter kennen. Fragen mit Bezügen zur Lebenswelt der Schüler erleichtern den Zugang zum historischen Thema. Das Erfühlen von Materialität wie beispielsweise der für die Baracken verwendeten Baustoffe dient einer sensuellen Erfassung der Lebensbedingungen der Betroffenen.

Der Besuch vermittelt einen ersten Zugang zum Thema Nationalsozialismus und soll Hürden oder Ängste bezüglich des Themas abbauen.

Anmeldung

Treffpunkt: Baracke 2

Dauer: 1 Stunde

 

 

"Zum Beispiel Raymond und Raissa. Zwangsarbeit eines Franzosen und einer Ukrainerin für das Deutsche Reich"
Sek I, alle Schultypen

Raissa Stepiko wurde 1942 mit 20 Jahren, Raymond Baucher 1944 23-jährig zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert. Beide wurden im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick untergebracht und zur Arbeit eingesetzt. Um Jugendlichen den Zugang zum Thema zu erleichtern, richtet sich der Rundgang an den beiden Lebensgeschichten aus. Ausgewählte Passagen aus deren Erinnerungen beleuchten an entsprechenden Stationen auf dem Gelände des Zwangsarbeiterlagers die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen.

Die thematischen Schwerpunkte der Führung sind Rekrutierung/Deportation der Betroffenen, Unterkunft und Lageralltag, Hygiene, Arbeitseinsatz, Bombardierungen, Flucht und Strafen sowie das Verhältnis zu Deutschen.

Anmeldung

Treffpunkt: Baracke 2

Dauer: 1 1/2 Stunden

Die Kurzbiographien von Raissa Stepiko und Raymond Baucher sind hinter ihren Namen zum Download verfügbar. 

 

 

Stoffabzeichen für Ostarbeiter, um 1942

Exkursion in das Deutsch-Russische Museum Karlshorst und das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Sek I und II, alle Schultypen, Erwachsene

Krieg und Zwangsarbeit

Beim Besuch des Deutsch-Russischen Museums Karlshorst werden die Zusammenhänge zwischen dem Zweiten Weltkrieg (insbesondere des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion) und dem System Zwangsarbeit erläutert. Der anschließende Besuch des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit stellt die Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen im Deutschen Reich und einige beispielhafte Biografien in den Mittelpunkt. Dabei werden Baracke 13 und die Dauerausstellung „Alltag Zwangsarbeit 1938–1945“ besichtigt.

Anmeldung

Treffpunkt: Deutsch Russisches Museum Karlshorst

Dauer: 5 bis 6 Stunden

 

 

Stadtteilspaziergang zu historischen Orten in Schöneweide

Geschichte(n) im Kiez
Ab 10. Klasse, Erwachsene

Der Rundgang vermittelt Einblicke in die Ortsgeschichte von Schöneweide. Exemplarisch werden Standorte der Industrialisierung und die damit einhergehende Entwicklung des Stadtteils  vorgestellt sowie die Geschichte einiger maßgeblicher Familien. Am Beispiel des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers in der Britzer Straße wird der Zusammenhang von Krieg, Rüstungsindustrie sowie dem massenhaften Einsatz von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen erläutert.

Anmeldung

Treffpunkt: S-Bahnhof Schöneweide, Hauptausgang

Dauer: 3 Stunden

Der Rundgang entstand in Kooperation mit dem Förderverein des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit. Er wurde durch den Lokalen Aktionsplan Treptow-Köpenick im Rahmen des Förderprogramms der Bundesregierung „Vielfalt tut gut“ ermöglicht.

Flyerdownload hier

 

 

Radtour

Vom Kaiserreich bis zur NS-Zeit in Treptow und Köpenick
Ab 10. Klasse, Erwachsene

Die Tour führt zu ausgewählten historischen Orten in Schöneweide und der Altstadt von Köpenick, u.a. zum Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit und der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche. Dabei werden entlang der Spree Spuren und Leerstellen der Geschichte kenntlich gemacht: Wo stand die Synagoge in Köpenick? Wieso gab es so viele Zwangsarbeiterlager im Bezirk und was hat das mit seiner Industriegeschichte zu tun? Welche Persönlichkeiten haben die Geschichte des Bezirkes geprägt? Der inhaltliche Schwerpunkt der Tour liegt auf der NS-Zeit.

Anmeldung

Treffpunkt: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Dauer: 3 Stunden

 

Die Radtour entstand in Kooperation mit dem Förderverein des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit. Er wurde durch den Lokalen Aktionsplan Treptow-Köpenick im Rahmen des Förderprogramms der Bundesregierung „Vielfalt tut gut“ ermöglicht. Download Track

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