Rundgänge

 

Rundgang für Grundschüler und Grundschülerinnen der 5. und 6. Klasse.

„Anfassen erlaubt"

Bei der kindgerecht aufbereiteten Führung lernen die Schüler ein ehemaliges Zwangsarbeiterlager und die Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter kennen. Fragen mit Bezügen zur Lebenswelt der Schüler erleichtern den Zugang zum historischen Thema. Das Erfühlen von Materialität wie beispielsweise der für die Baracken verwendeten Baustoffe dient einer sensuellen Erfassung der Lebensbedingungen der Betroffenen.

Der Besuch vermittelt einen ersten Zugang zum Thema Nationalsozialismus und soll Hürden oder Ängste bezüglich des Themas abbauen.

Treffpunkt: Baracke 2

Dauer: 1 Stunde

Wir empfehlen dringend eine Vorbereitung im Unterricht, Material kann im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit bestellt werden.

 

 

Rundgang für die Sekundarstufe I, alle Schultypen

„Zum Beispiel Raymond und Raissa. Zwangsarbeit eines Franzosen und einer Ukrainerin für das Deutsche Reich“

Raissa Stepiko wurde 1942 mit 20 Jahren, Raymond Baucher 1944 23-jährig zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert. Beide wurden im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick untergebracht und zur Arbeit eingesetzt. Um Jugendlichen den Zugang zum Thema zu erleichtern, richtet sich der Rundgang an den beiden Lebensgeschichten aus. Ausgewählte Passagen aus deren Erinnerungen beleuchten an entsprechenden Stationen auf dem Gelände des Zwangsarbeiterlagers die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen.

Die thematischen Schwerpunkte der Führung sind Rekrutierung/Deportation der Betroffenen, Unterkunft und Lageralltag, Hygiene, Arbeitseinsatz, Bombardierungen, Flucht und Strafen sowie das Verhältnis zu Deutschen.

Treffpunkt: Baracke 2

Dauer: 1 1/2 Stunden

Die Kurzbiographien von Raissa Stepiko und Raymond Baucher sind hinter ihren Namen zum Download verfügbar. 

Rundgang für die Sekundarstufe II, alle Schultypen

Lebens- und Arbeitsbedingungen von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen im Nationalsozialismus.

Der altersstufengerecht aufbereitete Rundgang bietet einen thematischen Überblick und führt durch die Dauerausstellung „Alltag Zwangsarbeit 1938 – 1945“, über das Gelände des Lagers und in Baracke 13. Zentrale Vermittlungsaspekte sind die Dimensionen des „Systems Zwangsarbeit“ und die diskriminierende NS-Rassenhierarchie. Letztere bestimmte maßgeblich die Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter. Am Beispiel des einzigen heute noch erhaltenen Zwangsarbeiterlagers wird erklärt, warum und wie die Männer, Frauen und Kinder aus über 20 europäischen Ländern in den Arbeitseinsatz kamen und wie sie behandelt wurden. Dabei werden auch Täter, Zuschauer und Profiteure der Zwangsarbeit in den Blick genommen.

Treffpunkt: Baracke 2

Dauer: 2 Stunden

 

Exkursion in das Deutsch-Russische Museum Karlshorst und das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, für die Sekundarstufen I und II, alle Schultypen

Krieg und Zwangsarbeit

Beim Besuch des Deutsch - Russischen Museums Karlshorst wird der Zusammenhang zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem massenhaften Einsatz von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen erklärt. Beim anschließenden Besuch des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit werden die Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen im Deutschen Reich präsentiert und einige beispielhafte Biografien vorgestellt.

 

Treffpunkt: Deutsch Russisches Museum Karlshorst

Dauer: 5 bis 6 Stunden

 

 

Stadtteilspaziergang, ab der 10. Klasse

Geschichte(n) im Kiez

Der Rundgang zu ausgewählten historischen Orten und Personen in Schöneweide umfasst die Zeitspanne vom Kaiserreich bis zur NS-Zeit. Die Gruppe lernt Standorte der Industrialisierung und die damit einhergehende Entwicklung des Stadtteils kennen. Dabei werden auch die Schicksale einiger maßgeblicher Familien vorgestellt. Anhand des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers in der Britzer Straße wird der Zusammenhang von Krieg, Rüstungsindustrie sowie dem massenhaften Einsatz von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen erläutert.

 

Treffpunkt: S-Bahnhof Schöneweide, Hauptausgang

Dauer: 3 Stunden

Anmerkung: weite Laufwege

 

 

Fahrradtour, ab der 10. Klasse

Vom Kaiserreich bis zur NS-Zeit in Treptow-Köpenick

Die Tour führt zu ausgewählten historischen Orten in Schöneweide und der Altstadt von Köpenick, u.a. zum Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit und der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche. Dabei werden beidseits der Spree Spuren der Stadtteilgeschichten kenntlich gemacht: Wo stand die Synagoge in Köpenick? Wieso gab es so viele Zwangsarbeiterlager in Schöneweide und was hat das mit seiner Industriegeschichte zu tun? Welche Persönlichkeiten haben den Bezirk geprägt? Der inhaltliche Schwerpunkt der Tour liegt auf der NS-Zeit.

Treffpunkt: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Dauer: 3 Stunden

Länge: 14,5 Km

 

 

Seminare

 

Schülerworkshop (Sekundarstufen I und II)

Biografisches Lernen: Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen im Nationalsozialismus

Nach einer Einführung beschäftigen sich die Teilnehmer in Kleingruppen mit Dokumenten, Fotos und Interviewauszügen zu beispielhaften Biografien von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen. Dabei werden die Auswirkungen der NS-Rassenhierarchie auf deren Leben deutlich sowie die Grundzüge des Systems Zwangsarbeit. Die Teilnehmer lernen außerdem verschiedene Quellen zum Nationalsozialismus kennen. Die Ergebnisse der Kleingruppenarbeit werden im Forum zusammengefasst.

 

Treffpunkt: Baracke 2

Dauer: 3 bis 4 Stunden

Gut zum Einstieg in das Thema geeignet

 

 

Schülerselbstführung (Sekundarstufen I und II)

Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

In Kleingruppen erforschen Schüler mit Materialmappen selbstständig auf dem Gelände und in den Ausstellungen des Dokumentationszentrums zentrale Aspekte der NS-Zwangsarbeit: Die Geschichte des historischen Ortes (GBI-Lager), Das System NS-Zwangsarbeit (Rekrutierung und Organisation der Zwangsarbeit), Lebensalltag in der Unterkunft, Luftangriffe und Fluchten, Arbeit, Überlebensstrategien und Freiräume. Die Ergebnisse der Kleingruppenarbeit werden in einer Selbstführung vor der gesamten Gruppe präsentiert.

Treffpunkt: Baracke 2

Dauer: 3 bis 4 Stunden

 

 

Workshop, Sekundarstufen I und II

Akteure der Zwangsarbeit und ihre Handlungsspielräume

Anhand der Dauerausstellung „Alltag Zwangsarbeit 1938 – 1945“ und unterschiedlicher Quellengattungen zur Organisation der Zwangsarbeit sowie zu Biografien der Täter, Profiteure, Helfer, Zuschauer und Opfer werden die Handlungsspielräume der Beteiligten beleuchtet.  

Treffpunkt: Baracke 2

Dauer: 4 bis 5 Stunden  

 

 

Workshop zur Fotointerpretation, Sekundarstufe I und II.

Fotos von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen: Heile Welt oder schöner Schein?

Fotos von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen als gepflegte lächelnde Menschen vermitteln häufig das Gegenteil dessen, was wir von Opferfotos erwarten. Die segmentelle Bildanalyse ist eine Methode der Fotodeutung, die den genauen und kritischen Blick auf Fotos als Quelle zur NS-Geschichte schult. Diese sehr freie und assoziative Form der Analyse teilt Fotos in Segmente ein, die jeweils einzeln interpretiert werden. Die Beobachtungen werden abschließend zusammengeführt und mit den üblichen Bildinterpretationsverfahren ergänzt.

Treffpunkt: Baracke 2

Dauer: Mit Einführung in Form einer Orts- oder Ausstellungsbesichtigung ca. 4 Stunden