Der historische Ort

Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit befindet sich am historischen Ort eines ehemaligen Zwangsarbeiterlagers, das noch weitgehend erhalten ist. Dieses wurde ab Ende 1943 vom „Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt“ (GBI) unter der Leitung Albert Speers inmitten eines Wohngebietes errichtet. Das 3,3 ha große Areal umfasste 13 Unterkunftsbaracken aus Stein sowie eine in der Mitte gelegene Wirtschaftsbaracke.

Geplant war das „GBI-Lager 75/76“ (so die Bezeichnung in den zeitgenössischen Dokumenten) für 2160 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, wurde aber nicht vollständig belegt. Hier waren über 400 italienische Zwangsarbeiter, darunter Militärinternierte, sowie zivile Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen aus verschiedenen Ländern untergebracht. Zwei Baracken dienten darüber hinaus in den letzten Kriegsmonaten 1945 als Unterkunft für weibliche KZ-Häftlinge, die bei der Batteriefabrik Pertrix arbeiten mussten.

Literatur: 

Alltag Zwangsarbeit 1938-1945
Begleitband zur Dauerausstellung, Hrsg: Andreas Nachama, Christine Glauning Berlin 2013

Batterien für die Wehrmacht. Zwangsarbeit bei Pertrix 1939-1945
Begleitband zur Sonderausstellung, Berlin 2015

Gedenkorte:
Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide

1. Auflag, 24 S. 

Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide.
Zur Konzeption eines Ausstellungs-, Archiv- und Lernortes. 

Hg. von Andreas Nachama, Christine Glauning, Katharina Sophie Rürup, Berlin 2006 (2. Auflage 2007), 64 S.

"NS-Lager entdeckt"
Zwangsarbeiterlager Schöneweide wird historischer Lernort

hrsg. v. Förderverein für ein Dokumentations- und Begegnungszentrum zur NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide,  Berlin 2006, 80 S.