Öffentliche Führung jeden 1. und 3. Sonntag im Monat, 15 Uhr

In der öffentlichen Führung lernen Sie die Geschichte des GBI-Lagers 75/76 kennen. An seinem Beispiel erläutern wir das „System Zwangsarbeit“. Wir erklären, warum und wie die Männer, Frauen und Kinder aus über 20 europäischen Ländern in den Arbeitseinsatz nach Berlin kamen und wie sie behandelt wurden. Dabei informieren wir auch über Täter, Zuschauer und Profiteure der Zwangsarbeit. Die "Baracke 13" wird im Rahmen der Führung besucht. 

Die Führungen sind kostenlos. Es ist keine Anmeldung nötig.

 

9. Dezember 2016 | 18 Uhr 

Jugendliche aus Polen, Österreich und Deutschland erarbeiten eine szenische Lesung zur Ausstellung „Batterien für die Wehrmacht. Zwangsarbeit bei Pertrix 1939–1945”

Vom 4. bis zum 11. Dezember treffen in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit junge Menschen aus Polen, Österreich und Deutschland aufeinander. Im Zentrum des Projektes steht die Erarbeitung und Aufführung einer szenischen Lesung zur Pertrix-Ausstellung. Insgesamt 15 Schüler/innen aus Zamość, Wien und Berlin werden erwartet.

Die Jugendlichen setzen sich bereits im Vorfeld mit den Hintergründen und Lebensgeschichten der ehemaligen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, aber auch der Einsatzträger und Lagerleiter selbstständig auseinander. Hierzu wurden spezielle Materialien erstellt, die nicht nur die jeweiligen deutschen Übersetzungen, sondern auch Interviews in Originalsprache erhalten. In Berlin bekommen die Schüler/innen durch die Verschränkung von Biografiearbeit mit Theaterpädagogik einen weiteren Einblick in die Strukturen von NS-Zwangsarbeit und in einzelne Biografien ehemaliger Akteur/innen. Mit Ausschnitten aus Erinnerungsberichten collagieren die Teilnehmer/innen mehrsprachige Szenen, die ihren Einblick in das Leben der Menschen wiedergeben, die von den Nationalsozialist/innen zur Arbeit gezwungen wurden.

Einladung

 

 

9. Dezember 2016 | 10 Uhr 

Zeitzeugengespräch mit Marcel Tuchman

 

Der heute 95-jährige Marcel Tuchman kommt zu einem Zeitzeugengespräch mit Berliner Schülerinnen und Schüler ins Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit.

Während der NS-Zeit mußte Marcel Tuchman Zwangsarbeit für Siemens in den Außenlagern Bobrek des KZ Auschwitz und Siemensstadt des KZ Sachsenhausen leisten. 

Zwangsarbeit musste Tuchman auch schon nach seiner Inhaftierung im Ghetto Przemyśl im Südosten Polens verrichten, bevor er mit seinem Vater in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurde. Dort wurden beide von Mitarbeitern des Elektrounternehmen Siemens zum Zwangsarbeitseinsatz im Außenlager Bobrek ausgewählt. Bei der Räumung von Auschwitz wurden sie zunächst in das KZ Buchenwald und anschließend in das KZ Sachsenhausen transportiert. Im KZ-Außenlager Siemensstadt mussten sie erneut für Siemens arbeiten, bevor sie auf den Todesmarsch der Häftlinge des KZ Sachsenhausen getrieben und dort befreit von US-Soldaten befreit wurden.

Nach der Befreiung studierte Tuchman Medizin in Heidelberg und übersiedelte anschließend nach New York City, wo er als Internist praktizierte.

Auf Einladung des Senats von Berlin kommt Marcel Tuchman jetzt noch einmal nach Deutschland.

Außerdem erscheint unter dem Titel „Nie vergessen“ sein Erinnerungsband in deutscher Sprache. Aus Tuchmans Erinnerungen sprechen ein unbeugsamer Lebensmut und das tiefe Bedürfnis, dem Vergessen und Leugnen der Shoah entgegenzutreten.

Einladung