Öffentliche Führung jeden 1. und 3. Sonntag im Monat, 15 Uhr

In der öffentlichen Führung lernen Sie die Geschichte des GBI-Lagers 75/76 kennen. An seinem Beispiel erläutern wir das „System Zwangsarbeit“. Wir erklären, warum und wie die Männer, Frauen und Kinder aus über 20 europäischen Ländern in den Arbeitseinsatz nach Berlin kamen und wie sie behandelt wurden. Dabei informieren wir auch über Täter, Zuschauer und Profiteure der Zwangsarbeit. Die "Baracke 13" wird im Rahmen der Führung besucht. 

Die Führungen sind kostenlos. Es ist keine Anmeldung nötig.

20. Juli | 18 Uhr

Szenische Lesung des Jugendsommerlagers

 

Die 16  jungen Teilnehmenden kommen aus Belarus, Deutschland, Frankreich, Polen und der Ukraine. In der Lesung zur Pertrix-Ausstellung präsentieren sie Auszüge aus ihren Ergebnissen.

Vom 08.-22.07.2018 beschäftigten sich die internationalen Freiwilligen mit den Hintergründen und Lebensgeschichten der ehemaligen Zwangsarbeiter*innen, aber auch mit Lebensgeschichten der Einsatzträger und Lagerleiter der Batteriefirma Pertrix. Durch die Verschränkung von Arbeit zu Biografien mit Theaterpraxen bekamen die Teilnehmenden einen Einblick in die Strukturen von NS-Zwangsarbeit und in einzelne Biografien ehemaliger Akteur*innen. Gleichzeitig wurden Wege für eine Selbstverortung eröffnet, die das Interesse an historischen und politischen Prozessen wecken und aufzeigen konnten, dass Geschichte und eine kritische Haltung auch etwas mit der eigenen Lebenswelt zu tun haben.

 

 

30. August | 19 Uhr

Italienische Militärinternierte in Berlin
Vor 75 Jahren verhaftete die Wehrmacht die italienischen Soldaten

Am 8. September 1943 verkündete Italien den Waffenstill- stand mit den Alliierten und trat aus dem Zweiten Weltkrieg aus. Die deutsche Wehrmacht  nahm daraufhin ca. 800.000 italienische Soldaten gefangen.

Daniela Geppert und Arne Pannen beleuchten in ihrem Vortrag die Gruppe der über 30.000 italienischen Militärinternierten, die in die Reichshauptstadt verschleppt wurden. Sie waren im „Stammlager III D“ interniert und mussten  in ca. 200 Arbeits- kommandos Zwangsarbeit leisten.

Der Vortrag  behandelt  die Arbeits- und  Lebensbedingungen der Italiener, die deutschen Organisationstrukturen sowie kon- krete Fallbeispiele. Rund 400 Italiener waren in dem Lager ein- quartiert, an dessen Stelle sich heute das Dokumentationszen- trum NS-Zwangsarbeit befindet.

 

 

6. September | 19 Uhr

Kriegsgefangene in Lichterfelde-Süd
Eine Spurensuche an einem historischen Ort

Der Historiker Thomas  Irmer und  die Architektin  Barbara Schulz beleuchten in ihren Vorträgen die Geschichte  eines der größten NS-Kriegsgefangenenlager in Berlin.

Auf einer ausgedehnten Fläche zwischen der Osdorfer Straße und der Trasse der Anhalter Bahn in Richtung Wittenberg be- fand sich während des Zweiten Weltkrieges das Kriegsgefan- genenlager Lichterfelde-Süd. Es wurde im Dezember 1939 auf Grundlage eines Barackenlagers der Reichsbahn errichtet. Bis Kriegsende waren dort mehrere tausend  Soldaten interniert, die meisten von ihnen mussten in Berlin Zwangsarbeit leisten.

Der Standort wurde jüngst aus geschichtlicher und bauhisto- rischer Perspektive neu erforscht. Zahlreiche Spuren sind da- durch auf dem Gelände entdeckt worden. Über den heutigen Umgang mit dem historischen Ort wird intensiv diskutiert.