Öffentliche Führung jeden 1. und 3. Sonntag im Monat, 15 Uhr

In der öffentlichen Führung lernen Sie die Geschichte des GBI-Lagers 75/76 kennen. An seinem Beispiel erläutern wir das „System Zwangsarbeit“. Wir erklären, warum und wie die Männer, Frauen und Kinder aus über 20 europäischen Ländern in den Arbeitseinsatz nach Berlin kamen und wie sie behandelt wurden. Dabei informieren wir auch über Täter, Zuschauer und Profiteure der Zwangsarbeit. Die "Baracke 13" wird im Rahmen der Führung besucht. 

Die Führungen sind kostenlos. Es ist keine Anmeldung nötig.

 

31. Mai 2018 | 19 Uhr

Buchvorstellung: Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit.

Sebastian Brünger stellt seine 2017 erschienene Dissertation über vier große deutsche Konzerne und ihren Umgang mit der NS-Vergangenheit vor.

 

Von den Nürnberger Wirtschaftsprozessen bis zu den Verhandlungen um Zwangsarbeiterentschädigungen – deutsche Konzerne haben stets versucht, das öffentliche Bild von ihrer NS-Vergangenheit selbst zu prägen. Am Beispiel der Firmen Bayer, Daimler, Deutsche Bank und Degussa erörtert Sebastian Brünger die Strategien und Formen unternehmerischer Vergangenheitsbearbeitung und analysiert sie im Kontext von Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft ihrer jeweiligen Zeit.

Begrüßung: Dr. Christine Glauning, Leiterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit

Vortrag: Dr. Sebastian Brünger (Halle / Berlin), Studium der Betriebswirtschaft und der Politikwissenschaft in Mannheim und Baltimore. Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2016 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Kulturstiftung des Bundes.

Kommentar: Dr. Manfred Grieger (Gifhorn), Lehrbeauftragter an der Georg-August-Universität Göttingen. 1998 bis 2016 Leiter der Historischen Kommunikation der Volkswagen AG.

Das Buch ist im Wallstein Verlag erschienen und kann dort bezogen werden.

Einladung

 

 

6. Juni 2018 | 18 Uhr in der Tschechischen Botschaft Berlin

Buchvorstellung: Heinz Wewer „Postalische Zeugnisse zur deutschen Besatzungspolitik im Protektorat Böhmen und Mähren“

In seinem Erlass zur Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren sicherte Hitler den besetzten böhmischen Ländern Autonomie und Selbstverwaltung zu. Was die versprochene „Autonomie“ in der Praxis bedeutete, zeigte sich sehr bald. Die deutschen Okkupanten unterdrückten jede Regung von Opposition und begannen mit der Verfolgung der Juden. Die Gestapo-Gefängnisse füllten sich, Repräsentanten des kulturellen Lebens, Studenten, (angebliche) Regimegegner wurden in Konzentrationslager deportiert. Auf dem Boden des Protektorats, in Theresienstadt, entstand die größte Sammelstelle für Juden auf dem Weg in die Vernichtung. Die „tschechischen“ Behörden wurden bald auf allen Ebenen vollständig unter deutsche Kontrolle gestellt. „Autonomie“ und „Selbstverwaltung“ waren eine Fassade, hinter der sich ein System der rücksichtslosen Unterdrückung verbarg.

Einladung

 

 

7. Juni 2018 | 19 Uhr

Zwangsarbeit im Berliner Untergrund. Telefunken und die Keller der Bockbierbrauerei

Der Historiker Thomas Irmer stellt ein besonderes Beispiel von Zwangsarbeit vor: die Rüstungsproduktion in Kreuzberger Kellergewölben.

 

Unter dem Tarnnamen „Lore“ verlagerte das Elektrounternehmen Telefunken 1944 Rüstungsfertigungen in den Berliner Untergrund. Dazu zählte auch die Einrichtung einer Fabrik in den Kellern der ehemaligen Kreuzberger Bockbierbrauerei gegenüber dem Flughafen Tempelhof. Für den Bau sowie die Rüstungsproduktion selbst wurden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingesetzt. Der Historiker Thomas Irmer beleuchtet die Geschichte der „Kellerfabrik“ an der Fidicinstraße, deren Räumlichkeiten erhalten sind. Über den heutigen Umgang mit diesem Ort wird intensiv gerungen.

Begrüßung: Dr. Christine Glauning, Leiterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit

Vortrag: Thomas Irmer (Berlin), Historiker, Politologe, Kurator zahlreicher Ausstellungen. Experte für die Themen NS-Zwangsarbeit und die Geschichte der Elektroindustrie, insb. des Unternehmens AEG/Telefunken

Kommentar: Dr. Bernhard Kohlenbach (Berlin), Landesdenkmalamt Berlin

Moderation: Natalie Bayer (Berlin), Leiterin des Friedrichshain-Kreuzberg Museums

Einladung

 

 

24. Juni 2018 | 18 Uhr

“Direkt vor unseren Augen.” 
Eine szenische Lesung zu Zwangsarbeit bei Pertrix

Seit November 2017 beschäftigen sich Schüler*innen des Archenhold-Gymnasiums mit dem Thema Nationalsozialistische Zwangsarbeit. Im Dokumentationszentrum haben sie sich mit dem historischen Ort, den Strukturen von NS-Zwangsarbeit und den alltäglichen Lebensrealitäten ehemaliger Zwangsarbeiter*innen auseinandergesetzt. Anhand von Biografien und Interviews verschiedener Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges in der Batteriefabrik Pertrix Batterien für die Wehrmacht herstellen mussten, ist eine Szenische Lesung entstanden. Sie bildet die Erinnerungsarbeit der Jugendlichen ab und ermöglicht Sicht- und Hörbarkeit für die Erlebnisse der ehemaligen Zwangsarbeiter*innen.