Öffentliche Führung jeden 1. und 3. Sonntag im Monat, 15 Uhr

In der öffentlichen Führung lernen Sie die Geschichte des GBI-Lagers 75/76 kennen. An seinem Beispiel erläutern wir das „System Zwangsarbeit“. Wir erklären, warum und wie die Männer, Frauen und Kinder aus über 20 europäischen Ländern in den Arbeitseinsatz nach Berlin kamen und wie sie behandelt wurden. Dabei informieren wir auch über Täter, Zuschauer und Profiteure der Zwangsarbeit. Die "Baracke 13" wird im Rahmen der Führung besucht. 

Die Führungen sind kostenlos. Es ist keine Anmeldung nötig.

 

20. September 2017 | 19 Uhr

Öffentliches Zeitzeugengespräch mit Ugo Brilli, ehemaliger Italienischer Militärinternierter

Begrüßung: Daniela Geppert
Moderation: Prof. Luigi Reitani

Auf Italienisch und Deutsch mit Simultanübersetzung

Ugo Brilli  wurde 1922 geboren und wuchs in der Toskana auf. Mit 21 Jahren zog ihn im Mai 1943 die italienische Armee zum Militärdienst ein. Im September desselben Jahres trat Italien aus dem Krieg aus.

Nach seiner Gefangennahme durch die Wehrmacht weigerte sich Ugo Brilli für das Nazi-Regime weiterzukämpfen und wurde als Kriegsgefangener nach Deutschland deportiert. In Berlin musste er unter anderem bei Siemens Zwangsarbeit leisten.

In einem Zwangsarbeiterlager in Berlin-Weißensee rettete ihm die Arbeit als Küchenhilfe das Leben. Durch großes Glück überlebte er dort auch einen Bombenangriff, bei dem 53 seiner Kameraden im Lager umkamen. Ab Ende 1944 war Ugo Brilli im GBI-Lager Nr. 75/76 in Schöneweide untergebracht. Auch hier arbeitete er als Küchenhelfer. Im September 1945 kehrte Ugo Brilli schwer an Typhus erkrankt zu seiner Familie nach Italien zurück. Er heiratete und bekam zwei Kinder. Heute lebt Ugo Brilli bei Florenz.

Besonderes Angebot:
Vor der Veranstaltung bieten wir eine kostenlose Führung durch unsere neue Dauerausstellung zu den italienischen Militärinternierten „Zwischen allen Stühlen” an. Beginn 17:30 Uhr.

 

Wir bitten zur besseren Planung um Anmeldung.

 

Einladung