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Barackenlager mit Stacheldrahtzaun, Berlin, 1943

1999 schickte der ehemalige tschechische Zwangsarbeiter Jan Č. dieses Foto an die Berliner Geschichtswerkstatt. Er war einem Aufruf gefolgt, über die Erinnerungen an die Zeit in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs zu berichten. Jan Č. musste von 1943-1945 bei der Firma Argus arbeiten, einem Motorenwerk in Berlin-Reinickendorf. Wo er dieses Foto einer Männergruppe hinter einem Stacheldrahtzaun aufnahm, ist nicht überliefert. Lager zu fotografieren war verboten. Jan Č. selbst war in einem Barackenkomplex in Berlin-Weißensee untergebracht.

© Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide / Slg. Berliner Geschichtswerkstatt

Inventarnummer: dzsw8201, BGW zwa-foto 58-10 bis 58-22

Der italienische Militärinternierte Mario M. beim Bunkerbau, Berlin, um 1944

Im Alter von 19 Jahren nahmen die Deutschen den italienischen Soldaten Mario M.  gefangen und verschleppten ihn zur Zwangsarbeit nach Berlin. Italien war im September 1943 aus dem Zweiten Weltkrieg ausgeschieden, woraufhin etwa 600.000 Italiener als Italienische Militärinternierte (IMI) nach Deutschland zum Zwangsarbeitseinsatz gebracht wurden. Als „Verräter“ stigmatisiert, mussten die IMI unter schweren Bedingungen arbeiten, waren meist sehr schlecht untergebracht und mangelhaft verpflegt. Ab Herbst 1944 besserte sich ihre Lage kurzfristig, da sie in den Zivilarbeiterstatus überführt wurden. Die italienischen, nun zivilen Zwangsarbeiter blieben dennoch weiterhin rechtlos und konnten die Bedingungen ihres Arbeitseinsatzes nicht beeinflussen.

© Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide / Slg. Heimatmuseum Treptow-Köpenick

Inventarnummer: dzsw8239

Zwei tschechische Zwangsarbeiter in einem Bombenkrater nach einem Luftangriff, Berlin, 1944

Die 20-jährige tschechische Zwangsarbeiterin Vlasta O. fotografierte 1944 zwei Kameraden in einem Bombentrichter nach einem Luftangriff in Berlin-Wittenau. Die Folgen der Bombardements trafen besonders Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, da sich ihre Unterkünfte in unmittelbarer Nähe von Industrieanlagen befanden und der Luftschutz in den Lagern sehr mangelhaft war. Meist gab es lediglich einfache Splitterschutzgräben. Diese waren nur einen halben Meter tief, mit Brettern bedeckt und verliefen im Zickzack durch das Lagergelände. Der Zugang zu öffentlichen Luftschutzkellern war Zwangsarbeitern verboten.

© Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide / Slg. Berliner Geschichtswerkstatt. Foto: Vlasta Opialova

Inventarnummer: BGW zwa-foto 52-28

Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter auf einem Feld in Berlin-Buch, 1943

Die damals 17-jährige Polin Irena K. war ab März 1940 als Zwangsarbeiterin in einer Gärtnerei in Berlin-Buchholz beschäftigt und wohnte bei der Familie des Inhabers. Die Arbeit war hart, aber es ging ihr dort vergleichsweise gut, weil sie warm untergebracht war und regelmäßig verpflegt wurde. Im Winter gab es in der Gärtnerei nicht viel zu tun und sie musste auf den Gutshof Berlin-Buch wechseln. Nun musste sie bis 12 Stunden täglich auf Kartoffelfeldern arbeiten. Weil sie sich wegen der schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen beim Arbeitsamt beschwerte, kam sie für zwei Wochen nach Berlin-Spandau in Haft.

© Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide / Slg. Berliner Geschichtswerkstatt

Inventarnummer: dzsw3137, BGW zwa-foto 91-39

Ankunft einer Gruppe von Frauen, Kindern und Männern aus der Sowjetunion in einem Lager in Meinerzhagen/Sauerland, 29.04.1944

Die Aufnahme ist unmittelbar nach der Ankunft einer Gruppe von vermutlich ukrainischen Zwangsarbeitern im firmeneigenen Lager des Otto-Fuchs-Werkes in Meinerzhagen als Propagandafoto entstanden. Die Firma Otto Fuchs lieferte im Zweiten Weltkrieg unter anderem Bauteile für Junkers-Flugzeuge. Die ehemalige Zwangsarbeiterin Ljuba M. berichtete von 10-Stunden-Schichten, ständiger Bewachung und einer Bezahlung in Form von Lagergeld, das wertlos war. Kinder mussten ebenfalls in der Produktion arbeiten, aber auch im Lager oder in der Küche.

© Stadtarchiv Meinerzhagen.

Inventarnummer Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit: dzsw7436